Tu-Thân - Was ist das denn?

Der Name "Tu-Thân" ist vietnamesisch und heißt übersetzt:
Tu = (an sich) arbeiten
Thân = im (eigenen) Körper

Wir verwenden das Wort sinngemäß als "sich verbessern", also geistige und körperliche Fähigkeiten (weiter) ausbauen. Das heißt für uns, dass wir auch im normalen Leben nach stetiger Optimierung streben. Ziel ist ein lebenslanges Lernen.

Im Training betreiben wir eine vielseitige Kampfkunst. Technische und pysikalische Prinzipien werden in das spielerische Lernen einbezogen. Runde, harmonische Formen steigender Komplexität dienen der Verbesserung von Koordination und Konzentration.

Das Wichtigste ist jedoch immer der Spaß am Bewegen.

Was bedeutet "keine Hierarchie"?

Eine Hierarchie beschreibt eine Rangfolge, zum Beispiel in einem sozialen Gefüge.

Um eine Kampfkunst für alle zu ermöglichen, wurden Prüfungen sowie verschiedene Gürtelfarben als äußeres Zeichen des Könnens abgeschafft. Dies führt zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Verbesserung statt des Vergleichs mit anderen.

Tu-Thân ist eine Kampfkunst für jedes Alter und jedes Könnensniveau. Grundsätzlich ist das Training auch bei körperlichen Einschränkungen möglich. Im individuellen Austausch werden die persönlichen Fähigkeiten optimiert. Ein starres Prüfungssystem erachten wir dafür als hinderlich.

Im Umgang miteinander gibt es keine "Schüler" oder "Meister". Es gibt nur Menschen, die eine Übung mehr oder weniger gut beherrschen. Der Gründer des Tu-Thân Nguyen Ngoc Thạch bezeichnet sich selbst als "Erreger".

Warum messt Ihr Euch nicht im Wettkampf?

Der sportliche Wettkampf mit anderen und gegen andere, insbesondere im Rahmen von Turnieren, führt häufig zu Verletzungen auch bei vorsichtiger Trainingsweise. Menschen mit hohem Ehrgeiz neigen vor und im Wettbewerb zur Überschätzung und fallen dann längeren verletzungsbedingt Zeit aus.

Tu-Thân verzichtet auf ein wettkampforientiertes Training. Es kann eine Kampfkunst für alle angeboten werden, da keine Orientierung des Trainings auf die Wettkampfvorbereitung notwendig ist. So können sich auch vermeintlich Schwache oder Untalentierte in ihren jeweiligen Grenzen weiterentwickeln.

Für interessierte Teilnehmer besteht die Möglichkeit im Rahmen der freien Trainingszeiten eigene Schwerpunkte zu setzen. Hier stehen in der Regel Akrobatik und Schertechniken im Fokus.

Mitmachen ohne Kampfkunsterfahrung?

Jede Einheit ist so aufgebaut, dass ein sofortiger Einstieg möglich ist. Je nach Zusammensetzung der Gruppe wird die Schwierigkeit individuell gesteigert. Variabel ist auch die Intensität der Übungen, z. B. gehen, traben oder laufen.

Durch gemeinsames Training ist in jeder Leistungsgruppe eine Entwicklung möglich. Wer eine Übung (noch) nicht gut beherrscht, hat Vorbilder. Übende mit größerer Erfahrung entwickeln ein tieferes Verständnis für die Übungen und lernen auf ihr aktuelles Können aufbauende Techniken dazu. Gleichzeitig wird die Rücksichtnahme auf andere gelehrt.

Trainingspaare tauschen regelmäßig, um den Umgang mit anderen Könnensstufen zu lernen. Die Aufgaben werden Schritten aufgebaut, die ein Training in den aktuellen Grenzen ermöglichen. Unterschiedliche Intensitäten des Übens sind auch hier möglich.

Bei speziellen medizinischen Bedürfnissen bitten vorab die Übungsleitung informieren.

Was kostet mich das?

Monetär - Mitgliedsbeiträge im Verein
Mit den Beiträgen bezahlen wir Hallenzeiten, Beiträge für Stadt- und Landessportbund sowie die Nichtmitgliederversicherung für kostenloses Schnuppern. Die Beiträge:
Erwachsene: 10 € pro Monat
Ermäßigt:       5 € pro Monat
Passiv:         20 € pro Jahr
Keine Beitrittskosten, keine Spartengebühr, Kündigung ist zum Quartalsende möglich.
Kosten für spezielle Kurse finden sich im Bereich der Seminare.

Materiell
Es genügt einfache, bequeme Sportbekleidung, wie eine lange Hose und ein langärmliges Oberteil. Wir trainieren barfuß. Die übliche Bekleidung in dieser Kampfkunst ist ein leichter oder mittelschwerer blauer Baumwollanzug. Weiße Anzüge gibt es in gut sortierten Sportläden ab 25 €. Eine spezielle Schutzausrüstung ist nicht erforderlich.

Was macht Tu-Thân für Erfahrene reizvoll?

Bei der entsprechenden Disziplin wird ab der Erwärmung der gesamte Körper beansprucht. Gehen, traben oder laufen; tiefer Stand für die Oberschenkel oder einfach stehen, um nicht umzufallen - wer trainiert, entscheidet für sich.

Koordinationsübungen fördern die Verknüpfung der Hirnhälften für jedes Niveau.

Eine besondere Herausforderung ist die Analyse von einfachen und anspruchsvollen Bewegungen. Dadurch lässt sich der eigene Körper besser optimierne und anderen kann geholfen werden. Ziel ist eine stetige Optimierung in den individuellen Grenzen, eine Erweiterung des eigenen Repertoirs und ein Verständnis der Techniken.

"Geht nicht!" bedeutet für uns:
Sorgfältige Analyse der Problemstelle aus verschiedenen Blickwinkeln und geduldiges Probieren. ... Bis es klappt.

Kann man das anwenden?

Die Anwendbarkeit von Tu-Thân bezieht sich insbesondere auf Erhalt beziehungsweise  Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter. Hierzu zählen die Förderung des Gleichgewichtes, der Beweglichkeit sowie der Reaktionsschnelligkeit.

In regelmäßigen Abständen werden Selbstverteidigungsübungen eingebunden, um für unangenehme Situationen besser gewappnet zu sein.

Ein Ziel des Trainings ist neben der Schulung von Umsicht das Erkennen potentiell gefährlicher Situationen. Dabei unwesentlich, ob die Gefahr für die eigene Person oder andere besteht. Es liegt dann im eigenen Ermessen, ob die Fähigkeiten genügen, um:
- Selbst direkt einzugreifen 
- Hilfe zu rufen (Beispiel: Andere Person ist verletzt oder wird bedroht) oder
- der Gefahr aus dem Weg zu gehen (Beispiel: Sturzgefährdete Gegenstände)

Macht Ihr auch ...?

Rollen, Fallen, Springen
Unser Rolltraining beginnt am Boden ohne Matten. Eine Steigerung zu Sprüngen/Rollen über Hinternisse erfolgt in angepassten Schritten. Je nach körperlicher Voraussetzung werden Elemente zur gesteigerten dreidimensionalen Wahrnehmung (Akrobatik wie Brücke, Handstand, Überschlag oder Salto) geübt.

Schertechniken
Wir lehren Techniken, die mit Bodenkontakt für jeden durchführbar sind. Gesprungene Scheren auf Hüft-/Brusthöhe sowie Übungen zum Hals vermitteln wir nur bei körperlicher und sozialer Kompetenz. Letztere werden bei uns immer mit Sicherung durchgeführt.

Waffentraining
Mit Gegenständen wie Seilen, Stöcken und Zeitungen intensivieren wir unsere Übungen. Mit Bällen oder anderen Wurfgegenständen werden Ausweichen und Abwehren trainiert.

Wie seid Ihr organisiert?

Tu-Thân Kampfkunst durch Bewegungskreativität in Hannover ist ein eingetragener und als gemeinnützig anerkannter Verein.

Wir sind Mitglied im Stadtsportbund Hannover und damit indirekt in den übergeordneten Organisationen LSB und DOSB.

Die deutschen Tu-Thân-Gruppen agieren ohne den formalen Zusammenschluss zu einem Verband, da diese Organisationsform für unseren Sport keine Vorteile bietet.

Gibt es ein Maskottchen?

Unser Maskottchen heißt Leonie. Sie ist ein kleiner Löwe, der ab und zu zum Einsatz kommt.

Geboren wurde Leonie im Mai 2000 aus der Idee ein belebtes Maskottchen zu schaffen, das Kontakt zu Zuschauern aufnehmen kann. Mit kindlicher Neugier probiert es jedes unbekannte Spielzeug aus, dabei lernt es gern kleine und große Zweibeiner und deren Schuhe kennen.

Wer sind die Trainer?

Das Training in Hannover wird seit 1998 durch Ron Bitterlich, Karsten Fuchs und Ines Thiem gestaltet. Ron Bitterlich und Karsten Fuchs betreiben Tu-Thân seit 1990. Beide sind Ingenieure der Elektrotechnik.

Ines Thiem begann 1995 mit dem Tu-Thân-Training und ist Tierärztin, außerdem Übungsleiterin 1. Lizenzstufe (Breitensport Erwachsene/Ältere) und 2. Lizenzstufe (Prävention Erwachsene/Ältere) und hat das Zertifikat für Durchführung des Alltagstrainingsprogramms (ATP) des DOSB. Durch die Einweisung in die Masterprogramme, darf sie mit den Siegeln "Sport pro Gesundheit" sowie der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) erstellen und nach erfolgreicher Prüfung durch die Zertifizierungsstellen anbieten.
Unser aktuelles Kursprogramm mit den jeweiligen Siegeln bzw. Föderungen findet sich bei den Seminaren.

Welcher Anzug und wie wird er blau?

Farbenspiel - Färbehilfe für Trainingsanzüge
Anzug 100% Baumwolle - viel Wasser verwenden - alles auflösen/verdünnen

Der Einkauf
Kochsalz, 500g (darf das billigste sein)
Echt-Farbe ideal ist Kobaltblau (Menge je nach Anzug / Farbtiefe), z. B. Simplicol
Anzug: weiß, Schnitt und Dicke nach persönlicher Vorliebe
wichtig: 100% Baumwolle (wiegen, mit Farbskala auf der Packung vergleichen)

Vorwaschen verhindert Batikeffekte
2 bis 3 mal bei maximaler Temperatur
Dannach NICHT trocknen oder bügeln (gibt weiße Streifen)

Färben
Anzug (in der Wanne) einweichen, dann feucht strecken.
Farbe mit 2 facher Wassermenge verdünnen.
Kochsalz komplett in Wasser auflösen und Färbegranulat komplett in Wasser auflösen.
Stoff + Salz- und Granulatlösung in die Waschmaschine geben.
60°C, ohne Vorwäsche, hoher Wasserstand, Starten.
Nach dem Wasserzulauf Flüssigfarbe in das Waschmittelfach geben.
1 Liter Wasser nachspülen.
Das Waschprogramm vollständig durchlaufen lassen.

Nachwaschen des Anzuges
Sofort einmal ohne Waschmittel bei höchster erlaubter Temperatur.
Für drei weitere Wäschen separat waschen.
Tu-Thân Kampfkunst durch Bewegungskreativität e.V. Hannover
Was wir häufig gefragt werden: